HafenCity Hamburg

HafenCity ist der Name eines im Bau befindlichen neuen Stadtteils im Herzen der Hansestadt, rundherum von Fluss- und Kanalläufen umgeben. Bestehend aus dem nördlichen Teil der ehemaligen Elbinsel Grasbrook, dem Großen Grasbrook und der Speicherstadt auf den beiden ehemaligen Elbinseln Kehrwieder und Wandrahm, grenzt die aufstrebende HafenCity durch den Zollkanal getrennt, im Norden an die Hamburger Innenstadt, im Westen und Süden an die Elbe und im Osten an den Stadtteil Rothenburgsort. Auf einer Gesamtfläche von rund 2,2 km werden auf dem Gebiet aktuell verschiedene Baukonzepte zwecks Ausdehnung der Hansemetropole in ehemaliges Hafenterritorium verwirklicht dabei geht es jedoch um mehr als reine Flächengewinnung.

Erste Planungen für die Bebauung des Großen Grasbrooks lagen schon Anfang der 1990er Jahre vor. Im Jahr 1997 nahmen diese Gestalt an und wurden politisch beschlossen, so dass das Konzept im Jahr 2000 mit dem Masterplan HafenCity schließlich ins rechte Fahrwasser gelangte. Der Plan: Umwandlung des brachliegenden Hafenrandes in mehr Raum für die Stadt! Direkt neben der altehrwürdigen Speicherstadt sollte eine weitere, hochmoderne Hamburger Perle entstehen, Berücksichtigung ökonomischer, sozialer, kultureller und ökologischer Aspekte inklusive.

Das früheste Beispiel für die Umnutzung ehemaliger Hafenflächen sind übrigens die berühmten Londoner Docklands, doch neben entsprechenden Bestrebungen in Hamburg gibt es Umbauten in vielen großen Hafenstädten auf der ganzen Welt. Der Hintergrund ist immer derselbe und betrifft die Entwicklung der Containerschifffahrt. Dem Einsatz riesiger Schiffe mit immer größerem Tiefgang konnte Hamburg zwar zunächst noch durch das Ausbaggern der Elbe kontern, doch der im Jahr 1911 in Betrieb genommene St. Pauli-Elbtunnel, dessen zwei Röhren rund zwölf Meter unter dem Pegel des mittleren Hochwassers liegen, wurde schließlich zu einer Barriere, der dem weiteren Ausbau des östlichen Hafengebiets entgegenstand.

2014 heißt es in der HafenCity noch einmal ordentlich „Budder bei die Fische“: nicht weniger als rund 180.000 m Bruttogeschossfläche sollen hier umgesetzt werden; Kostenvorschlag: ca. 650 Millionen Euro. Man lässt sich den neuen Stadtteil etwas kosten, schließlich geht es hier nicht nur um neue Wohn- und Nutzflächen. Es geht um die Gestaltung eines neuen Lebensmodells: Wohnen und Arbeiten, Forschen und Freizeit, alles auf einem Fleck.

In Planung ist zum Beispiel die HCU, die HafenCity Universität für Baukunst und Metropolenentwicklung eine Hochschule, wie es sie in ganz Europa bislang noch keine gibt und gleichfalls der Sitz der Deutschlandzentrale von Greenpeace. Direkt an der Elbe, eingebettet zwischen der zukünftigen Uni mit ihren innovativ-originellen Lehrplänen und dem Magdeburger Hafen sollen außerdem die „Intelligent Quarters“ mit einem 70 Meter hohen Bürohaus und zwei darum gruppierten Gebäuden entstehen, die mit rund 60 Wohnungen und ausgestattet mit geräumigen Verkaufsflächen im Erdgeschoss auf ihre glücklichen Bewohner warten.

Das bekannteste Bauprojekt der HafenCity dürfte aber sicherlich die berüchtigte Elbphilharmonie sein, jenes seit dem Jahr 2007 im Bau befindliche Konzerthaus, das aufgrund massiver Kostensteigerungen und der enormen Verzögerungen seiner Fertigstellung zu dem Hamburger Skandalprojekt der letzten Jahrzehnte heranwuchs.

Wo groß gedacht wird, muss manches zu kurz kommen und so entzündete sich auch viel Kritik am Vergabeverfahren von Grundstücken und an der mangelnden sozialen Durchmischung der HafenCity. Und dennoch darf man gespannt sein auf nächste Schritte in Richtung Zukunft. Wem das alles zu modern ist, kann auf einer Hafenrundfahrt zwischendurch ja etwas Nostalgie genießen!